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Zu: "Am sechsten Tag erschuf der Mensch den Golem" / iSophie - der Blog von Robert Dürhager

Der Transhumanist will mit Mitteln der Technik sich von biologischen Einschränkungen befreien. Er fordert nicht pauschal, dass das allen Menschen aufgezwungen wird. Er ist sich aber sicher, dass, wenn mit Mitteln der Technik diverse schmerzhafte Nachteile geheilt werden könnten, von körperlicher Schwäche bis zur Sterblichkeit, sehr viele Menschen sich für sich eher dafür als dagegen entscheiden würden. Der Transhumanismus bzw. Extropianismus ist aber das ganze Gegenteil einer kollektivistischen Ideologie, die wie zum Beispiel die Eugenik fordert, dass sich das Individuum einer Optimierung von Menschenmassen (Volksmassen, Ethnien) zu unterwerfen habe. Im Gegenteil, die Vorwürfe gegen den Transhumanismus richten sich im Allgemeinen eher gegen seine individualistische Natur, z.B. wenn sie sich mit techno-libertären Konzeptionen verknüpft findet (siehe z.B. diese Polemik von Annalee Newitz: http://www.alternet.org/columnists/story/19850/ ).

Warum nun sollte dem Transhumanist sein individuelles Anliegen, sich intelligenter, körperlich fitter, langlebiger zu machen, verwehrt werden? Es ginge dies nur über ein Verwehren seiner individuellen Freiheit. Wenn ein Staat Gesetze gegen Eigen-Upgrades erlässt, dann wird der Transhumanist halt in einen Staat wechseln, wo diese Gesetze nicht gegeben sind. Global ließe sich transhumanistisches Eigen-Upgrade nur durch eine perfekte totalitäre Weltdiktatur verhindern, die noch die tiefsten Winkel der Techno-Unterwelt unter Kontrolle zu bringen imstande wäre. Eine Technik, die so attraktiv ist wie Linderung eigener Krankheiten oder Ewige Jugend, wird sich schwerlich durch moralische Appelle verhindern lassen. Die Alternative einer das Leben der Menschen ins Biologische hinein kontrollierenden Weltdiktatur dagegen ist offenkundig nicht wünschenswert.

Der Transhumanismus als Bewegung in Abgrenzung vom Transhumanismus als individuellem Wunsch nach Eigen-Upgrade nun ist aufgefächert in viele politische Richtungen. Er war früher allgemein stärker libertär-individualistisch geprägt — ich hab das Geld und wechsle notfalls in eine Weltgegend, wo ich mich selbst upgraden kann, was mit den armen Seelen um mich rum passiert, muss mir dann halt gestohlen blebien — und tendiert jetzt mehr in eine sozialere, demokratischere Richtung: Wenn diverse Heilmethoden technisch möglich werden, sollten sie auch möglichst vielen Menschen zur Verfügung stehen, nicht nur einer reichen Elite; Verbote spielen dieser Gefahr der biologischen Klassentrennung aus oben genannten Gründen eher in die Hände, als sie zu beheben; ergo sollte die Gesellschaft den neuen Entwicklungen sich eher öffnen und gesetzliche Grundlagen für ihre allgemeine Verfügbarkeit schaffen, als sich ihnen zu versperren.

Der Mensch erweitert schon seit Jahrtausenden seine ursprüngliche biologische Form, wird bereits zum Cyborg, da er ein Werkzeug in die Hand nimmt, seine äußeren Organe durch Kleidung und Rüstung verstärkt, durch Medizin sein Leben verlängert, durch Schrift und Bibliothek seinen Geist in externe informationsverarbeitende Syteme aufgehen lässt. Ist es nicht recht willkürlich zu sagen, dass hier jetzt bei diesem Stand ist der Mensch, und alles darüber hinaus ist nicht mehr Mensch und gehört verboten? (Viel mehr noch, redet man damit nicht jenen das Wort, die enge Definitionen fürs Menschsein aufstellen und dann gerne nach biologischen oder gesundheitlichen Kriterien wegdefinieren, der Angehörige dieser Ethnie ist kein Mensch mehr, das Kind mit Down-Syndrom ist kein Mensch mehr? Die Negierung der Menschenwürde jener, die sich nicht transhumanistischen Upgrades unterziehen, durch Transhumanisten halte ich für eine Schimäre. Ich würde gerne konkrete Zitate sehen.)

Link zum Original   Wednesday April 9, 2008

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